Der Förderverein
Ehemalige Synagoge in Hemsbach e.V.


Veranstaltungen

Veranstaltungen, die nicht in der Verantwortung des Vereins "Ehemalige Synagoge" liegen, finden Sie unter www.hemsbach.de


"Ist doch nicht so gemeint!" Antisemitismus und Rassismus zwischen Wort und Tat

Datum:
Mo, 17.10.2022 (467)

Uhrzeit:
18:30 - 21:00 Uhr

Ort:
Bergstraßen-Gymnasium (Foyer), Hemsbach

Kooperationspartner:
Bergstraßen-Gymnasium und Verein Ehemalige Synagoge sowie die "Landeszentrale für politische Bildung"

Referent/Mitwirkende:
Burak Yilmaz


„Ist doch nicht so gemeint!“ Antisemitismus und Rassismus zwischen Wort und Tat

Am 17. Oktober öffnet das Bergstraßen-Gymnasium seine Pforten für eine Ausstellung zu demokratiefeindlicher Sprache und einen Vortrag von Burak Yilmaz.

„Worte können sein wie winzige Arsendosen: Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“ Diesen Satz schrieb Victor Klemperer in seiner Analyse der Sprache des Dritten Reichs. Diese Arsendosen sind auch heute noch in unserem Wortschatz präsent: Wer jemanden vulgär als „asozial“ bezeichnet oder über die „Lügenpresse“ schimpft, nutzt Worte, deren spezifische Bedeutung uns der Nationalsozialismus vererbt hat. Aber auch vermeintlich unverdächtige Worte wie „Heimat“ wurden im Dritten Reich ideologisch geprägt.

In Sprachlosigkeit zu verfallen kann hier keine Option sein, aber wie ist mit diesem Erbe umgehen?

Das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg in Ulm hat dazu eine Ausstellung entworfen, die im Oktober für drei Wochen im Schulgebäude des Bergstraßen-Gymnasiums zu sehen sein wird.

Mit dem Titel „Das wird man ja noch sagen dürfen…“ lädt die Ausstellung zum Nachdenken und Diskutieren ein. Die Schülerinnen und Schüler des Bergstraßen-Gymnasiums können die Ausstellung in unterschiedlichen Unterrichtsmodulen und aus unterschiedlichen Fachperspektiven nutzen.

Die Beschäftigung mit Sprache ist jedoch kein Selbstzweck, sondern muss sich bewusst sein, dass Worte der Handlung vorausgehen. Wo verbaler Hass gesäht wird, sprießt die hasserfüllte Tat – ob an den Stätten nationalsozialistischer Vernichtungspraxis, in Rostock-Lichtenhagen, in Hanau oder in Halle.

Über das Verhältnis von Wort und Tat im Kontext von Antisemitismus und Rassismus wird am 17. Oktober Burak Yilmaz zu den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe sprechen und mit ihnen darüber diskutieren, welche Rolle grenzüberschreitender Humor und demokratiefeindliche Sprache in einer Gesellschaft hat, in der antisemitische und rassistische Übergriffe und Gewaltakte passieren.

Am Abend des 17. Oktober laden wir gemeinsam mit dem Förderverein des Bergstraßen-Gymnasiums und dem Verein ehemalige Synagoge Hemsbach herzlich sowohl zur Erkundung der Ausstellung, als auch zu einem öffentlichen Vortrag von Burak Yilmaz ein.

Yilmaz spricht über seine Erfahrungen mit Antisemitismus und Rassismus und gesellschaftliche, aber vor allem auch pädagogische Handlungsperspektiven beleuchten. Er sagt: „Der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus beginnt im eigenen Kopf.“ Der Autor von „Ehrensache. Kämpfen gegen Judenhass.“ wächst in Duisburg auf, postmigrantisch. Sein Bildungsweg – katholisches Elitegymnasium, Koranschule, Universität – durchkreuzt Milieus, seine Arbeit gefährliche Überzeugungen.

Burak Yilmaz stößt mit seinem Lebensbericht und seiner Arbeit an die neuralgische Punkte unserer Gesellschaft und eröffnet damit allen neue Perspektiven. Wer würde glauben, dass ausgerechnet ein Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz für muslimische Teenager zu dem Moment wird, in dem sie erstmals als Deutsche wahrgenommen werden? Und wie geht man damit um, dass gleichzeitig „ Du Jude“ ein gängiges Schimpfwort ist? Burak Yilmaz bezieht als Folge der Auseinandersetzung mit seiner eigene Biographie ganz klar Position: Menschen brauchen das Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit. Menschenfeindliche Sprache gefährdet dieses Gefühl und greift so die Würde des Menschen an.

 

Diese Veranstaltungen finden im Kontext des Gedenktages an die Deportation badischer Jüdinnen und Juden am 22. Oktober statt. Gedenken wird dabei nicht als passiver Erinnerungsprozess verstanden, sondern als aktive Beschäftigung mit dem Vermächtnis der Vergangenheit und unserer eigenen Verwicklung darin. In diesem Sinne laden wir Sie herzlich ein, mit uns zu lernen, zu diskutieren und zu reflektieren.

Montag, 17. Oktober im Bergstraßen-Gymnasium Hemsbach

Ausstellung: ab 18.00 Uhr, Eröffnung und Einführung in die Ausstellung: 18.30 Uhr;

19.00 Uhr: Vortrag und Diskussion mit Burak Yilmaz

Der Eintritt ist frei.

Gefördert duch und in Kooperation mit:Förderverein Bergstraßen-Gymnasium, Verein ehmalige Synagoge Hemsbach e.V., Landeszentrale für politische Bildung

 

Zum Referenten:

Burak Yılmaz lebt als selbstständiger Pädagoge und Autor in Duisburg. Burak Yılmaz initiierte das Projekt "Junge Muslime in Auschwitz" und leitet die Theatergruppe "Die Blickwandler", die nach einer gemeinsamen Fahrt nach Auschwitz das Stück "Benjamin und Muhammed" inszenierten. 

Für sein vielfältiges Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus sowie für eine inklusive Erinnerungskultur bekam Yılmaz vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier persönlich das Bundesverdienstkreuz verliehen. 

Veröffentlichung:  "Ehrensache: Kämpfen gegen Judenhass" , erschien iim Suhrkamp Verlag

 

Gedenken an die Deportation der Hemsbacher Juden am 22. Oktober 1940

Datum:
Sa, 22.10.2022 (466)

Uhrzeit:
17:30 - 18:45 Uhr

Ort:
Ehemalige Synagoge

Kooperationspartner:
Stadt Hemsbach, Bürgermeister Jürgen Kirchner

Referent/Mitwirkende:
Bergstraßen-Gymnasium


Seit 1980 gedenken Hemsbacher Ihrer deportierten und ermordeten Juden an diesem geschichtsträchtigen Tag. 

Beginnend mit einem Schweigemarsch durch Hemsbach 1980 fand jedes Jahr eine eindrückliche Gedenkfeier statt. Oft wurde sie durch Schüler der Hemsbacher Schulen gestaltet.

Im Mai 2022 waren zwei Schüler und zwei Lehrer von der TSG Hoffenheim zu einer Studienfahrt zu den Orten der Deportation in Südfrankreich eingeladen. Eindrücke von dieser Fahrt  bilden die Grundlage der Gedenkfeier.

Empfänger unbekannt - Vorführung Theaterwerkstatt Augsburg

Datum:
Do, 10.11.2022 (468)

Uhrzeit:
19:30 - 21:00 Uhr

Ort:
Ehemalige Synagoge

Referent/Mitwirkende:
Schauspieler Matthias Klösel


Die Freunde und Geschäftspartner Martin Schulze und Max Eisenstein leiten in Amerika einen gut gehenden Kunsthandel. Als Martin 1932 nach Deutschland heimkehrt, beginnt eine innige Korrespondenz. Während Max aus Sorge um seine jüdischen Angehörigen über die Entwicklung in Deutschland zunehmend beunruhigt ist, macht Martin Karriere in der NSDAP und verbittet sich weitere Briefe. Die Freundschaft zerbricht. Als sich Max ein letztes Mal verzweifelt an Martin mit der Bitte um Hilfe für seine verfolgte Schwester wendet, begeht dieser feigen Verrat. Max übt fürchterliche Rache. Der kurze Briefroman von Kressmann Taylor erschien 1938 in Amerika. Er ist ein bewegendes Dokument über das zersetzende Gift des Nationalsozialismus. Hochaktuell und beklemmend zeigt dieses kleine Drama hellsichtig, wie anfällig der Mensch für totalitäre Ideologien ist.

Die Inszenierung ist eine Koproduktion mit dem Neuen Theater Burgau

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Die Vorführung findet kostenlos statt; Reservierung erbeten.

ZUR DECKUNG DER KOSTEN BITTET DER VEREIN UM SPENDEN AM AUSGANG!

Vortrag Götz Aly - Von der Volksgemeinschaft zur Vernichtungsgemeinschaft Wie die NS-Regierung die Kollektivschuld erfand

Datum:
Do, 17.11.2022 (469)

Uhrzeit:
19:30 Uhr

Ort:
Ehemalige Synagoge


 Infoboard

Rosch Ha Schana>> Shana Tova!!
Führung Jüdischer Friedhof
Film und Broschüre zum Jüdischen Friedhof

Förderverein Ehemalige Synagoge Hemsbach
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