Veranstaltungen, die nicht in der Verantwortung des Vereins "Ehemalige Synagoge" liegen, finden Sie unter www.hemsbach.de
Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2026: Tag der Offenen Tür in der Synagoge mit Vortrag
Jährlich begehen jüdische Gemeinden, ehemalige Synagogen und jüdische Einrichtungen von Spanien bis in die baltischen Länder den Europäischen Tag der Jüdischen Kultur.
In einer Zeit, in der Juden in Europa von Judenhass geradezu verfolgt werden, ist es dringend erforderlich, sich zu zeigen, zu zeigen, welche Bedeutung jüdische Kultur für Europa hatte und immer noch hat.
Wir beteiligen uns bewusst in dieser schwierigen Zeit an dieser demonstrativen Öffentlichkeitsarbeit!
Um 16 Uhr wird ein Power Point Vortrag angeboten: Die aktuelle Situation des Staates Israel Im Nahen Osten; Referent: Albrecht Lohrbächer
Dr. Ahmed Albaba, Palästinenser: "Wir müssen daran arbeiten, dass dieser Hass auf Juden und Israel verschwindet"
Das Verschwinden des Holocaust
Die Erkenntnis der Besonderheit des Holocaust hat sich erst spät durchgesetzt, die Erinnerung daran begann noch einmal zeitlich verzögert. Erst seit den 1970er Jahren wurde der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung Europas als das zentrale Verbrechen der Nationalsozialisten wahrgenommen. Jan Gerber geht den Ursachen dieser Entwicklung nach. Er fragt nach den Bedingungen von Erinnerung und Erkenntnis, indem er die Gedächtnisgeschichte des Holocaust mit der Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts verbindet. Auf diese Weise werden die aktuellen Debatten über die Bedeutung des Holocaust und sein Verhältnis zu den Kolonialverbrechen historisch eingeordnet.
Prof. Dr. Jan Gerber ist Leiter des Forschungsressorts »Politik« am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow. Seit 2024 ist er Honorarprofessor für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Moderne jüdische Geschichte an der Universität Leipzig. Sein Buch Das Verschwinden des Holocaust: Zum Wandel der Erinnerung ist 2025 in der Edition Tiamat, Berlin erschienen.
"Tote Juden stören nicht" Deutsche Gedenkkultur und ihr Versagen gegenüber den hier lebenden Juden
Es ist bitter für viele Juden hierzulande, dass sie rundum selbstbewusste und vielfältige Erinnerungsaktivitäten erleben, der gegen sie gerichtete Hass aber kaum Beachtung findet. Frau Eliasberg, in Berlin lebende Sprecherin der NGO „Werteinitiative“, der das Gespräch von Juden und Politikern wichtig ist, beobachtet bei uns ein Phänomen: „Unsere Erinnerungskultur liebt Stolpersteine, aber stolpert nicht über den Judenhass vor der eigenen Haustür. Sie liebt Gedenkreden, aber hört nicht zu, wenn Juden sagen: »Wir wissen nicht, wie lange wir hier noch bleiben können«. Welche Ursache dieses Übergehen der lebenden Juden hat und was wir alle dagegen tun können und müssen, ist Anliegen des Vortrags.