Der jüdische Friedhof

Der Jüdische Friedhof in Hemsbach

Der jüdische Friedhof in Hemsbach ist mit über tausend Grabsteinen einer der größten erhaltenen Friedhöfe Baden-Württembergs und wurde 1678 erstmals erwähnt. Der Hemsbacher jüdischen Gemeinde wurde auf ihrer Suche nach einem eigenen Begräbnisplatz (zuvor musste man nach Worms fahren) nur das steile, morastige und weit außerhalb gelegene Gelände zur Pacht angeboten. Immerhin war wegen des durchfließenden Bachs eine den Reinigungsvorschriften entsprechende Nutzung möglich.

Seit 1716 wurde der Friedhof von elf Gemeinden entlang der Bergstraße und in der Rheinebene, die sich zu einem Begräbnisverein zusammengeschlossen hatten, als Verbandsfriedhof getragen.

Die frühest lesbare Inschrift ist 1682 datiert, die letzte Beerdigung fand am 15. 4. 1941 statt. Nach der Deportation der letzten hessischen Juden 1942 wurde der Friedhof geschlossen. Die Verhandlungen mit einem Steinmetz um den Verkauf der Grabsteine zogen sich glück¬licherweise so in die Länge, dass uns der Friedhof heute weitestgehend in seinem ur¬sprünglichen Zustand erhalten ist.

In einer dreibändigen Dokumentation sind alle Grabsteine erfasst und die Inschriften zum Teil übersetzt. Mehrfach im Jahr besteht die Möglichkeit, den Friedhof unter fachkundiger Führung zu besichtigen.

Termine unter www.ehemalige-synagoge-hemsbach.de