Archiv 2011

Lesung: Wohnen im Wort - Die jüdischen Exildichterinnen - Rose Ausländer, Hilde Domin, Nelly Sachs

Reihentitel: Literatur, Poesie und Musik
Datum: Sonntag, 20.02.2011
Uhrzeit: 17:30 Uhr
Ende: 18:30 Uhr
Referent und weitere Mitwirkende: Olga Rothmann, Birkenau, und Julia Huk, Klarinette
Ort: Ehemalige Synagoge Hemsbach
Beschreibung: Der Mensch kann nicht ohne Wohnung leben. Alle drei Dichterinnen haben ihr Vaterland verloren und finden in ihrem Mutterland Sprache - im Deutschen- ihre Heimat. Es ist der Heimatverlust, der das Erinnern als bewahrendes und hoffendes Element der Selbstfindung bedeutsam werden lässt. Die Verwandlung biographischer Erlebnisse in Wortheimat ist für diese Dichterinnen kennzeichnend und bietet ein Überleben in tragischen Zeiten. Allen drei Dichterinnen ist die tiefe, innige Beziehung zur Mutter gemeinsam. Und es ist der Verlust der Mutter, der das Schreiben existentiell nötig und sie zu Dichterinnen macht.

Was ist Kabbala? - Der jüdische Ursprung einer uralten Weisheitslehre

Datum: Montag, 28.03.2011
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Referent und weitere Mitwirkende: Dr. Yuval Lapide, Religionswissenschaftler, Weinheim
Ort: Ehemaligen Synagoge Hemsbach
Beschreibung: Kabbala ist “in” – auch viele, die von ‘offizieller’ Religion wenig wissen wollen, sind fasziniert von der jüdischen Mystik (oder von dem, was sie davon zu wissen glauben...). Die Kabbala ist eine gigantische Weisheitslehre des rabbinischen
Judentums, die sich im Laufe von mehr als 2000 Jahren entwickelt hat. Die Väter der Kabbala waren durchdrungen von dem Wunsch, jenseits der rein intellektuellen Beschäftigung mit der Heiligen Schrift eine tiefe geistig-seelische Beziehung mit Gott und den Geheimnissen der Schöpfung zu leben. Wir wollen mit diesem Vortrag eines jüdischen Gelehrten Licht ins Dunkel bringen. Weitere Vorträge sollen folgen.

Führung auf dem jüdischen Friedhof Hemsbach

Datum: Sonntag, 10.04.2011
Uhrzeit: 11:00 Uhr
Ende: 12:30 Uhr
Ort: Friedhof Hemsbach
Beschreibung: Führung auf dem jüdischen Friedhof Hemsbach

Tag der Offenen Tür in der Ehemaligen Synagoge

Datum: Sonntag, 10.04.2011
Uhrzeit: 12:30 Uhr
Ende: 17:00 Uhr
Ort: Ehemalige Synagoge Hemsbach
Beschreibung: Besichtigung des Ehemaligen Synagoge und der Mikwe

Filmdokumentation: Aghet - ein Völkermord

Datum: Montag, 09.05.2011
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Referent und weitere Mitwirkende: Prof. Gert Weisskirchen, Wiesloch
Ort: Brennessel-Kino, Landstraße 35, Hemsbach
Beschreibung: Eine Dokumentation von NDR-Filmemacher Eric Friedler („Das Schweigen der Quandts“, „Hamburg-Tatort“) (mit Gert Weisskirchen als Gesprächspartner)
Das Monumentalverbrechen am armenischen Volk, das Verhalten des türkischen Innenministers, das Schweigen in der Türkei und in der Welt – darum geht es in einem Fernsehfilm von Eric Friedler der ARD. Die spielfilmähnliche, hochdramatische Dokumentation enthält Sprengstoff. Der Film hat bereits heftige Reaktionen hervorgerufen, die auch Thema des Nachgesprächs sein werden. Zahlreiche Zeitzeugen, mittlerweile längst gestorben, berichten von den Greueln dieser Zeit. Schauspieler der ersten Garde leihen diesen Menschen ihre markanten Stimmen, darunter Martina Gedeck, Ulrich Noethen, Gottfried John, Joachim Król, Peter Lohmeyer und Burghart Klaußner. Am 24. April 2010, vor 95 Jahren, begann der Völkermord, der heute von Historikern als Blaupause für den Holocaust und viele darauf folgende Völkermorde verstanden wird.
Der junge Filmemacher Eric Friedler, vielfach schon mit Preisen versehen, packt seit Jahren heiße Eisen an und macht sich nicht immer beliebt damit. Vor allem dies, sein letzte Dokumentation über den Völkermord an den Armeniern vor 95 Jahren, in den auch Deutschland verstrickt war, sorgte bereits für heftige (auch persönliche) Attacken von türkischer Seite.
Der Film wurde schon zu später Stunde in der ARD gezeigt, im Kino wird er mit Sondergenehmigung des NDR nur in Hemsbach vorgeführt.
Zum Gespräch über den Film steht der ehemalige Beauftragte der OSZE, Gert Weisskirchen, von 1976 – 2009 MdB zur Verfügung. Von 2005 bis 2008 war Weisskirchen persönlicher Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden (OSZE= Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) zur Bekämpfung des Antisemitismus. In dieser Rolle war er auch immer wieder mit Aghet, mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigt.

Tag der Offenen Tür in der Ehemaligen Synagoge im Rahmen des Tages der Europäisch Jüdischen Kultur

Datum: Sonntag, 04.09.2011
Uhrzeit: 13:00 Uhr
Ende: 17:00 Uhr
Ort: Ehemalige Synagoge Hemsbach
Beschreibung: Besichtigung des Ehemaligen Synagoge und der Mikwe.

14.00 Uhr Power-Point-Präsentation: „Versuche der Emanzipation der Juden in Deutschland seit 1750 – Moses Mendelssohn und die Folgen“

15.30 Uhr Power-Point-Präsentation: „Das Verhältnis zwischen Christen und Juden seit 1960 – ein wirklich neues Verhältnis oder nur alter Wein in neuen Schläuchen?“

Gedenkveranstaltung zur Deportation der Juden am 22. Oktober 1940 - Enthüllung des Mahnmals auf dem Rathausplatz

Datum: Samstag, 22.10.2011
Uhrzeit: 11:00 Uhr
Ort: Rathausplatz, Hemsbach
Beschreibung: Diese Veranstaltung ist verbunden mit der Enthüllung eines Mahnmals, das auf Initiative der katholischen Kirchengemeinde von Schülern des Bergstraßengymnasiums gestaltet wurde. Das Mahnmal ist Teil des Ökumenischen Jugendprojekt Mahnmal in Baden. Es möchte Jugendliche und Jugendgruppen motivieren, in ihren Gemeinden auf Spurensuche zu gehen, ihre Ergebnisse zu dokumentieren und zwei identische Gedenksteine, sogenannte Memorialsteine, zu gestalten. Ein Stein bleibt in der Gemeinde, der andere wird Teil des Mahnmals für die Opfer der Deportation auf dem Gelände der Tagungsstätte der Evangelischen Jugend in Neckarzimmern. Auf einem ca. 25 mal 25 Meter großen Gelände der Tagungsstätte wird für jede der 137 Gemeinden, aus denen jüdische Menschen deportiert wurden, ein Memorialstein in den Boden eingelassen.
Die Veranstaltung wird getragen von der Stadt Hemsbach, den christlichen Bachgemeinden und dem Verein „Ehemalige Synagoge Hemsbach“. Die Schülerinnen und Schüler, die den Gedenkstein entworfen und gestaltet haben, werden die Feier mitgestalten.

Führung auf dem jüdischen Friedhof Hemsbach

Datum: Sonntag, 06.11.2011
Uhrzeit: 11:00 Uhr
Ende: 12:30 Uhr
Ort: Friedhof Hemsbach
Beschreibung: Führung auf dem jüdischen Friedhof Hemsbach

Tag der Offenen Tür in der Ehemaligen Synagoge

Datum: Sonntag, 06.11.2011
Uhrzeit: 12:30 Uhr
Ende: 17:00 Uhr
Ort: Ehemalige Synagoge Hemsbach
Beschreibung: Besichtigung des Ehemaligen Synagoge und der Mikwe

Gedenken an die Reichspogromnacht am 9./10. November 1938

Reihentitel: Literatur, Poesie und Musik
Datum: Mittwoch, 09.11.2011
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ende: 20:30 Uhr
Ort: Ehemalige Synagoge Hemsbach
Beschreibung: Der Holocaust in Gedichten aus Amerika

Der amerikanische Schriftsteller Jerome Rothenberg hat eine Sammlung von Gedichten auf 14 Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis geschrieben und veröffentlicht. Es sind Gedichte, die unter die Haut gehen. Sie am Tag zu rezitieren, der in die deutsche Geschichte als ein zentraler Einschnitt in die von Deutschland betriebene Verfolgung und Vernichtung der Juden eingegangen ist, steht gegen das Vergessen.
Dr. Christine Meilicke, Weinheim hat zu und mit Jerome Rothenberg gearbeitet; sie wird die Zuhörer einführen und die Gedichte (amerikanisch und deutsch) rezitieren.
Der Pianist Johannes Buck wird die Veranstaltung musikalisch gestalten.

Der Schriftsteller Götz Aly liest in Hemsbach: Warum die Deutschen? Warum die Juden?

Datum: Mittwoch, 23.11.2011
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Ehemalige Synagoge Hemsbach
Beschreibung: Lesung des Schriftstellers Götz Aly, Berlin

Götz Aly: "Warum die Deutschen, warum die Juden?: Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800 - 1933 S. Fischer Verlag, Frankfurt 2011
Götz Aly ist mit seinen Büchern immer gut für überraschende Einsichten und für Diskussionen. Auch in seinem neuesten Buch zu den Ursachen des Antisemitismus in Deutschland und zum von Deutschen organisierten Völkermord an den Juden ist dies der Fall: Aly verlässt die ausgetreten Pfade der Wissenschaft und geht eigene Wege. Die Kraft, aus der sich der Judenhass speist, ist der Neid, so ist seine Leitthese.
„Wenn die Ursachen des Antisemitismus zu einem Gutteil in der sozialen Mentalitätsgeschichte liegen, dann können sich Katastrophen wie der Holocaust "der Struktur nach" unter ähnlichen Umständen wiederholen, siehe den Mord der bäuerlichen Hutu an der gebildeten Tutsi-Minderheit oder den Völkermord der vergleichsweise rückständigen Türken an den agilen, geschäftstüchtigen Armeniern. Die Menschen von heute sind nicht so völlig anders als die Antisemiten von gestern. Diese eindringliche Mahnung von Götz Aly ist auch im Sinne einer Prävention zu verstehen.“ (dradio.de)